Fachwirtin Facility Management – Teil 1

The greatest investment you will ever make is in yourself!

Weiterbildung, Lehrgänge und Lernen im Erwachsenenalter. Diese Leute waren für mich eigentlich immer die Streber, welche froh sind wenn Sie ein weiteres Zertifikat in einem goldenen Bilderrahmen in A4 an die Wand hängen können. Ein Zertifikat als Statussymbol wie der Mercedes in der Garage. Eigentlich liebe ich Youtube oder auch gute Fachberichte um mir selber Wissen an zu eigenen. In der neuen Abteilung kamen immer mehr fachliche Fragen auf und dann kam der Tag an dem mein Wissen aus der Ausbildung nicht mehr ausreichte.

Die technische Akademie in Wuppertal verspricht hier Abhilfe mit einem Jahreslehrgang zur Fachwirtin Facility Management. Vermittelt wird Wissen im Bereich Projektmanagement, Aufbau von Strukturen, kaufmännischen Grundskills bis hin zu technischen Bausteinen und Gesetzesgrundlagen zum Thema Betreiberverantwortung. Die Akademie liegt in Autobahnnähe – also muss ich nicht quer durch die Stadt und ist für ich unter einer Stunde Fahrzeit erreichbar. Vor den verschiedenen Modulen wird man mit genug Lesestoff für die Selbstlernphasen versorgt und drei Tage wird der Stoff dann noch mal vor Ort durchgenommen und vertieft. Hört sich also nach einem guten Plan an! Das ich aktiv lernen musste ist zwar schon etwas her, aber irgendwie reizt mich die Sache schon. Und dann habe ich zum Start ins neue Jahr einfach den Anmeldebogen ausgefüllt.

Im März bekam ich nicht nur Corona, sondern auch ein Paket mit einem dicken Ordner voller Unterlagen zum ersten Modul. Da hab ich mich aber mal kurz erschrocken – ganz schön viel Lesestoff. Einen Monat später wurde der erste Kurs per Onlinemeeting abgehalten. Irgendwie ein ganz komisches Gefühl, wenn einen 20 Fremde auf dem PC-Monitor anstarren, weil man ja aus dem Epizentrum Heinsberg kommt. Das kleine Mädchen aus Heinsberg in einem Lehrgang welcher eigentlich eher männerlastig ist. Der Lehrer moderierte ziemlich routiniert durch das Programm – wir waren anscheinend nicht die erste „Onlineklasse“. Durch die Gruppenarbeiten wurden die 20 Fremden schnell zu einem guten Team.

Anfang Juli – pünktlich zum dritten Modul – lernten wir uns dann alle persönlich in Wuppertal kennen. Etwas unglücklich starte der dritte Kurs nicht mit einer kleinen Kennenlernrunde, sondern direkt mit einer Klausur. Und zack war man mitten drin. Zur Corona-Zeiten ist so ein Lehrgang wirklich komisch. Kein Händeschütteln bei der Begrüßung, keine Gruppenarbeiten da alle Tische mit zwei Meter Abstand versetzt stehen und das Frühstück im Hotel gibt es aus einer Tüte komplett verpackt. Dabei ist ein leckeres Hotelfrühstück mit frischem Rührei und einem Latte Macchiato doch das Beste oder? Anstatt mit allen Seminarteilnehmern abends im Restaurant essen zu gehen saßen wir auf der Treppe bei der Pizzeria und warteten auf das Essen zum Mitnehmen. Den Wein und das Bier zum Anstoßen gab es dann aus der Dose am Rewe-Parkplatz.

Die ersten Module hatte ich also online wie auch vor Ort gut überstanden und kam mir schon vor wie ein fertig ausgebildeter Handwerker. Aber das vierte Modul und die Projektarbeit zur mündlichen Abschlussprüfung sollten mich später ganz schön zum Schwitzen bringen. Schon ein Abenteuer so eine Erwachsenenbildung.

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